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Kündigungsfrist für den Mietvertrag berechnen

Als Mieter kündigst du mit drei Monaten Frist. Entscheidend ist nicht, wann du den Brief abschickst, sondern wann er beim Vermieter ankommt. Geht er spätestens am dritten Werktag eines Monats ein, zählt dieser Monat mit — dann endet das Mietverhältnis am letzten Tag des übernächsten Monats. Einen Tag später kostet es eine volle Monatsmiete.

Stichtag berechnen

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Warum der dritte Werktag über einen ganzen Monat entscheidet

§ 573c Abs. 1 Satz 1 BGB gibt dem Mieter eine kurze Karenzzeit: Die Kündigung ist spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig. Kommt der Brief am dritten Werktag im März an, endet das Mietverhältnis am 31. Mai. Kommt er einen Tag später, endet es erst am 30. Juni.

Das ist der teuerste Fehler bei der Wohnungskündigung, weil eine verpasste Frist eine volle Monatsmiete kostet. Der Rechner setzt deshalb am Zugangsdatum an, nicht am Absendedatum.

Zählt der Samstag als Werktag?

Bei dieser Frist ja. Werktage sind Montag bis Samstag, Sonn- und gesetzliche Feiertage zählen nicht. Anders als bei der Mietzahlung, wo der Bundesgerichtshof den Sonnabend ausdrücklich nicht als Werktag behandelt, wird er bei der Kündigungsfrist mitgezählt — ein Kündigungsschreiben kann samstags zugestellt werden, eine Banküberweisung nicht.

Eine Ausnahme gibt es: Fällt der dritte Werktag selbst auf einen Samstag, rückt der Stichtag nach § 193 BGB auf den nächsten Werktag, in der Regel also auf den Montag. Beides rechnet der Rechner mit.

Zugang heißt Einwurf, nicht Abholung

Zugegangen ist die Kündigung, wenn sie so in den Machtbereich des Vermieters gelangt, dass er unter normalen Umständen davon Kenntnis nehmen kann. Beim Einwurf in den Briefkasten ist das der Tag des Einwurfs, sofern er zur üblichen Leerungszeit erfolgt — spätabends eingeworfen gilt sie erst am Folgetag.

Ein Einschreiben mit Rückschein ist deshalb riskanter, als es aussieht: Ist der Vermieter nicht da, geht nur eine Benachrichtigungskarte ein, und der Zugang zählt erst mit der Abholung. Sicherer sind das Einwurf-Einschreiben oder die Übergabe vor Zeugen.

Wann die drei Monate nicht gelten

Bei einem befristeten Zeitmietvertrag nach § 575 BGB gibt es kein ordentliches Kündigungsrecht — der Vertrag läuft bis zum vereinbarten Ende. Bei möblierten Zimmern in der Wohnung des Vermieters gilt nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB eine verkürzte Frist.

Umgekehrt verlängert sich die Frist für den Vermieter nach § 573c Abs. 1 Satz 2 BGB gestaffelt: nach fünf Jahren auf sechs, nach acht Jahren auf neun Monate. Für den Mieter bleibt es immer bei drei Monaten — eine längere Frist im Vertrag ist nach § 573c Abs. 4 BGB unwirksam.

Worauf du achten solltest

Gesetzliche Feiertage einzelner Bundesländer sind im Rechner nicht hinterlegt. Liegt ein Landesfeiertag in den ersten Tagen des Monats, verschiebt sich der Stichtag nach hinten — im Zweifel früher kündigen.
Die Kündigung eines Wohnraummietvertrags braucht nach § 568 Abs. 1 BGB die Schriftform: ausgedruckt und eigenhändig unterschrieben. E-Mail genügt nicht.
Stehen mehrere Mieter im Vertrag, müssen alle unterschreiben, sonst ist die Kündigung unwirksam.
Du weißt nicht, wann deine Laufzeit endet? Lade den Vertrag hoch — die KI liest Laufzeit und Kündigungsfrist mit Seitenangabe aus.Mietvertrag prüfen lassen

Häufige Fragen

Zählt das Datum auf dem Brief oder der Eingang beim Vermieter?
Der Eingang. Das Datum im Schreiben hat für die Frist keine rechtliche Bedeutung — maßgeblich ist, wann die Kündigung dem Vermieter zugeht. Deshalb fragt der Rechner nach dem Zugangsdatum.
Ich habe den dritten Werktag verpasst. Was kostet mich das?
Eine Monatsmiete. Das Mietverhältnis endet dann einen Monat später als geplant, und bis dahin läuft die Miete weiter. Ein Nachmieter kann helfen, verpflichtet ist der Vermieter aber nur in Ausnahmefällen, ihn zu akzeptieren.
Kann ich zum 15. eines Monats kündigen?
Nein. Die ordentliche Kündigung nach § 573c BGB wirkt immer zum Ende eines Kalendermonats. Ein Auszug zur Monatsmitte geht nur einvernehmlich mit dem Vermieter oder über einen Aufhebungsvertrag.
Gilt die Drei-Monats-Frist auch während einer Mindestlaufzeit?
Nein. Ein Kündigungsverzicht ist bei Staffel- und Zeitmietverträgen bis zu vier Jahre zulässig. Steht so etwas im Vertrag, kannst du frühestens zum Ende dieses Zeitraums ordentlich kündigen — die drei Monate Frist kommen dann obendrauf.
Muss ich einen Grund angeben?
Nein. Der Mieter braucht für die ordentliche Kündigung keinen Grund. Nur der Vermieter muss ein berechtigtes Interesse nach § 573 BGB darlegen, etwa Eigenbedarf.

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Der Rechner bildet die gesetzlichen Regelfälle ab und ersetzt keine Rechtsberatung. Dein eigener Vertrag, ein Tarifvertrag oder ein Landesfeiertag können den Stichtag verschieben — prüfe ihn immer an deinen Unterlagen und kündige im Zweifel früher.