ContractLife
Ratgeber

Vertrag widerrufen – dein 14-tägiges Widerrufsrecht

Aktualisiert am 10. Juli 2026

Viele Verträge, die du online, am Telefon oder an der Haustür abschließt, kannst du innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Hier erfährst du, wann das Widerrufsrecht gilt, wann sich die Frist verlängert und wie du sauber widerrufst.

Vertrag zuerst prüfen? Lade deinen Vertrag hoch — die KI liest Laufzeit und Kündigungsfrist mit Seitenangabe aus.Zum Vertragscheck

Wann du ein Widerrufsrecht hast

Ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen steht Verbrauchern in der Regel bei Fernabsatzverträgen (online, per Telefon oder E-Mail) und bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen (z. B. an der Haustür) zu.

Die Frist beginnt grundsätzlich mit Vertragsschluss, bei Warenlieferungen mit dem Erhalt der Ware – aber erst, wenn du ordnungsgemäß über dein Widerrufsrecht belehrt wurdest.

Wenn die Belehrung fehlt oder falsch ist

Hat dich das Unternehmen nicht oder nicht korrekt über dein Widerrufsrecht informiert, verlängert sich die Frist erheblich – um bis zu zwölf Monate und 14 Tage. In solchen Fällen kannst du also unter Umständen auch lange nach Vertragsschluss noch widerrufen.

Es lohnt sich deshalb, die Vertragsunterlagen auf eine vollständige Widerrufsbelehrung mit korrektem Muster-Formular zu prüfen.

Kein Widerrufsrecht bei diesen Verträgen

Verträge, die du direkt im Ladengeschäft schließt, haben in der Regel kein gesetzliches Widerrufsrecht. Auch bei bestimmten Waren – etwa schnell verderblichen Produkten, entsiegelten Hygieneartikeln oder individuell angefertigten Sachen – ist der Widerruf ausgeschlossen.

Ein freiwilliges Rückgaberecht, das viele Händler zusätzlich anbieten, ist etwas anderes als das gesetzliche Widerrufsrecht – prüfe die jeweiligen Bedingungen.

In 4 Schritten widerrufen

  1. 1
    Frist prüfen
    Wann wurde der Vertrag geschlossen bzw. die Ware geliefert, und wurdest du korrekt belehrt? Danach richtet sich, ob die 14 Tage noch laufen.
  2. 2
    Widerruf erklären
    Eine eindeutige Erklärung genügt – per E-Mail oder Brief. Das Wort „Widerruf“ und der Bezug zum Vertrag sollten klar sein; eine Begründung ist nicht nötig.
  3. 3
    Nachweis sichern
    Sende den Widerruf nachweisbar (z. B. per E-Mail mit Lesebestätigung oder Einschreiben) und notiere das Datum.
  4. 4
    Rückabwicklung
    Bereits erhaltene Ware zurücksenden, gezahlte Beträge zurückfordern. Das Unternehmen muss dir deine Zahlungen erstatten.

Häufige Fragen

Wie lange kann ich einen Vertrag widerrufen?

In der Regel 14 Tage ab Vertragsschluss bzw. Erhalt der Ware – vorausgesetzt, du wurdest korrekt über dein Widerrufsrecht belehrt. Fehlt die Belehrung, verlängert sich die Frist um bis zu zwölf Monate und 14 Tage.

Muss ich den Widerruf begründen?

Nein. Beim gesetzlichen Widerrufsrecht musst du keinen Grund angeben. Eine eindeutige Erklärung, dass du den Vertrag widerrufst, genügt.

Gilt das Widerrufsrecht auch im Laden?

Für Verträge, die du direkt im Ladengeschäft schließt, gibt es in der Regel kein gesetzliches Widerrufsrecht. Es gilt vor allem bei Online-, Telefon- und Haustürgeschäften.

In welcher Form muss ich widerrufen?

Eine eindeutige Erklärung reicht – zum Beispiel per E-Mail oder Brief. Aus Nachweisgründen ist eine Variante mit Zugangsnachweis empfehlenswert.

Dieser Ratgeber erklärt allgemeine Regeln verständlich und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die konkreten Fristen und Bedingungen stehen in deinem Vertrag – im Zweifel wende dich an eine Rechtsberatung.

Weitere Ratgeber